Die kurze Antwort
Eine mechanische Plombe ist günstig und für den einmaligen Gebrauch. Sie erfüllt Normen und Sicherheitsprogramme, doch eine Manipulation bemerken Sie erst beim Entladen. Eine elektronische Plombe ist ein wiederverwendbares Gerät. Sie meldet Öffnen, Durchtrennen des Seils und die Position der Ladung in Echtzeit. Bei wertvoller Ladung werden beide oft gemeinsam eingesetzt.
Mechanische Plomben und ISO 17712
Mechanische Plomben für Container und Auflieger regelt die ISO 17712:2013 „Freight containers – Mechanical seals“. Sie ist die aktuelle Ausgabe und hat die Version von 2010 ersetzt. Die Norm teilt Plomben nach ihrer Festigkeit in drei Klassen ein:
- I (indicative) – z. B. Kunststoffplomben. Sie lassen sich von Hand oder mit einer Schere entfernen und zeigen nur, dass die Türen geöffnet wurden.
- S (security) – zum Entfernen sind einfache Werkzeuge nötig.
- H (high security) – z. B. Bolzen- und Seilplomben. Sie lassen sich nur mit Bolzen- oder Seilschneidern entfernen.
Die Klasse wird durch Prüfungen in einem unabhängigen, nach ISO/IEC 17025 akkreditierten Labor bestätigt. Eine Plombe der Klasse H trägt die Kennzeichnung „H“. Das US-Programm C-TPAT verlangt Hochsicherheitsplomben nach ISO 17712 an allen beladenen Containern mit Ziel USA.
Elektronische Plomben
Eine elektronische Plombe verbindet einen mechanischen Verschluss (Bolzen, Stahlseil oder Bügel) mit Elektronik. Es gibt zwei Arten:
- RFID-Plomben nach ISO 18185. Die Normenreihe von 2007 beschreibt elektronische Containerplomben, die von Lesegeräten auf 433 MHz und 2,45 GHz ausgelesen werden. Informationen gibt es erst, wenn der Container an einem Lesegerät vorbeifährt, etwa im Hafen.
- GPS-Plomben mit Mobilfunk- oder Satellitenverbindung. Sie senden ihre Daten selbst an eine Online-Plattform: Position, Öffnen, Seilschnitt, Akkustand. STARCONT liefert diese Art von Plomben.
Eine GPS-Plombe arbeitet auf der gesamten Strecke. Sie können Geozonen festlegen, in denen sie geöffnet werden darf, und erhalten einen Alarm, wenn es woanders versucht wird. Zum Öffnen ist eine Berechtigung nötig, z. B. eine RFID-Karte, eine SMS oder ein Befehl aus der App. Jedes Ereignis wird mit Datum und Ort gespeichert.
Vergleich
| Merkmal | Mechanische Plombe | Elektronische GPS-Plombe |
|---|---|---|
| Wann Sie eine Manipulation erkennen | Bei der Kontrolle oder beim Entladen | Sofort – Alarm auf der Plattform und dem Telefon |
| Ort und Zeit des Ereignisses | Unbekannt | GPS-Position und Uhrzeit jeder Öffnung |
| Einsatz | Einmalig | Wiederverwendbar, Akku oder Solarpanel |
| Wer öffnen kann | Jeder mit Werkzeug | RFID-Karte, SMS, App, Fernbefehl |
| Norm | ISO 17712 (Klassen I, S, H) | ISO 18185 für RFID-Plomben; GPS-Plomben – Gerätezertifikate (z. B. E-Mark, ATEX) |
| Kosten | Gering pro Stück, bei jedem Transport | Höher bei der Anschaffung, danach Datenabo |
Was die TAPA TSR 2026 verlangt
Der Standard TAPA TSR 2026 für Transporteure wertvoller Güter gilt seit dem 15. September 2026. Auf jeder Zertifizierungsstufe verlangt er Plomben nach ISO 17712 (Klasse I, S oder H) bei allen direkten Transporten ohne Zwischenstopp. Der Transporteur braucht ein Verfahren, wer Plomben anbringt und entfernt; der Fahrer darf das ohne Freigabe des Auftraggebers nicht tun. Auf der höchsten Stufe TSR 1 muss das unbefugte Öffnen der Laderaumtüren zudem ein Signal an die Alarmzentrale senden – genau das leistet eine elektronische Plombe oder ein Sensor.
Wann welche Plombe
Eine mechanische Plombe reicht, wenn die Ladung geringwertig, die Strecke kurz und bekannt ist und der Auftraggeber nur einen Nachweis der Unversehrtheit bei der Zustellung braucht.
Eine elektronische Plombe lohnt sich, wenn:
- Sie wertvolle oder diebstahlgefährdete Güter transportieren, etwa Elektronik, Arzneimittel, Metalle oder Kraftstoffe,
- die Strecke lang ist, durch mehrere Länder führt oder Stopps auf ungesicherten Parkplätzen hat,
- Sie aus der Ferne entscheiden möchten, wer die Ladung wo öffnen darf,
- Sie einen Nachweis mit Datum und Ort brauchen, z. B. für den Versicherer oder im Streitfall,
- Sie in explosionsgefährdeten Bereichen arbeiten und ein Gerät mit ATEX-Zertifikat benötigen.
Beispiele elektronischer Plomben von STARCONT
- AT-16 Mini – kompakte GPS-Plombe 2G/4G mit Seil für Container und Auflieger; Öffnen per RFID-Karte oder SMS, Alarm bei Seilschnitt.
- G-508N – Plombe mit ATEX-Zertifikat, 14.400-mAh-Akku, Geozonen und Routenwiedergabe; für Tankwagen und Auflieger.
- AT10G – Plombe mit Iridium-Satellit und 4G sowie Solarpanel, für Strecken ohne GSM-Netz.
- G-508V – Plombe mit Kamera, die jedes Öffnen mit einem Foto dokumentiert.
Die vollständige Liste finden Sie in der Kategorie elektronische Plomben.