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Wissensdatenbank

Elektronische oder mechanische Plombe – ein Vergleich

Eine mechanische Plombe zeigt, dass jemand die Türen geöffnet hat – aber erst bei der Kontrolle. Eine elektronische Plombe meldet das Öffnen sofort, mit Ort und Uhrzeit. Wir erklären Normen, Unterschiede und wann welche Lösung passt.

STARCONT-Redaktion · Aktualisiert: · 3 Min. Lesezeit

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Die kurze Antwort

Eine mechanische Plombe ist günstig und für den einmaligen Gebrauch. Sie erfüllt Normen und Sicherheitsprogramme, doch eine Manipulation bemerken Sie erst beim Entladen. Eine elektronische Plombe ist ein wiederverwendbares Gerät. Sie meldet Öffnen, Durchtrennen des Seils und die Position der Ladung in Echtzeit. Bei wertvoller Ladung werden beide oft gemeinsam eingesetzt.

Mechanische Plomben und ISO 17712

Mechanische Plomben für Container und Auflieger regelt die ISO 17712:2013 „Freight containers – Mechanical seals“. Sie ist die aktuelle Ausgabe und hat die Version von 2010 ersetzt. Die Norm teilt Plomben nach ihrer Festigkeit in drei Klassen ein:

  • I (indicative) – z. B. Kunststoffplomben. Sie lassen sich von Hand oder mit einer Schere entfernen und zeigen nur, dass die Türen geöffnet wurden.
  • S (security) – zum Entfernen sind einfache Werkzeuge nötig.
  • H (high security) – z. B. Bolzen- und Seilplomben. Sie lassen sich nur mit Bolzen- oder Seilschneidern entfernen.

Die Klasse wird durch Prüfungen in einem unabhängigen, nach ISO/IEC 17025 akkreditierten Labor bestätigt. Eine Plombe der Klasse H trägt die Kennzeichnung „H“. Das US-Programm C-TPAT verlangt Hochsicherheitsplomben nach ISO 17712 an allen beladenen Containern mit Ziel USA.

Elektronische Plomben

Eine elektronische Plombe verbindet einen mechanischen Verschluss (Bolzen, Stahlseil oder Bügel) mit Elektronik. Es gibt zwei Arten:

  • RFID-Plomben nach ISO 18185. Die Normenreihe von 2007 beschreibt elektronische Containerplomben, die von Lesegeräten auf 433 MHz und 2,45 GHz ausgelesen werden. Informationen gibt es erst, wenn der Container an einem Lesegerät vorbeifährt, etwa im Hafen.
  • GPS-Plomben mit Mobilfunk- oder Satellitenverbindung. Sie senden ihre Daten selbst an eine Online-Plattform: Position, Öffnen, Seilschnitt, Akkustand. STARCONT liefert diese Art von Plomben.

Eine GPS-Plombe arbeitet auf der gesamten Strecke. Sie können Geozonen festlegen, in denen sie geöffnet werden darf, und erhalten einen Alarm, wenn es woanders versucht wird. Zum Öffnen ist eine Berechtigung nötig, z. B. eine RFID-Karte, eine SMS oder ein Befehl aus der App. Jedes Ereignis wird mit Datum und Ort gespeichert.

Vergleich

MerkmalMechanische PlombeElektronische GPS-Plombe
Wann Sie eine Manipulation erkennenBei der Kontrolle oder beim EntladenSofort – Alarm auf der Plattform und dem Telefon
Ort und Zeit des EreignissesUnbekanntGPS-Position und Uhrzeit jeder Öffnung
EinsatzEinmaligWiederverwendbar, Akku oder Solarpanel
Wer öffnen kannJeder mit WerkzeugRFID-Karte, SMS, App, Fernbefehl
NormISO 17712 (Klassen I, S, H)ISO 18185 für RFID-Plomben; GPS-Plomben – Gerätezertifikate (z. B. E-Mark, ATEX)
KostenGering pro Stück, bei jedem TransportHöher bei der Anschaffung, danach Datenabo

Was die TAPA TSR 2026 verlangt

Der Standard TAPA TSR 2026 für Transporteure wertvoller Güter gilt seit dem 15. September 2026. Auf jeder Zertifizierungsstufe verlangt er Plomben nach ISO 17712 (Klasse I, S oder H) bei allen direkten Transporten ohne Zwischenstopp. Der Transporteur braucht ein Verfahren, wer Plomben anbringt und entfernt; der Fahrer darf das ohne Freigabe des Auftraggebers nicht tun. Auf der höchsten Stufe TSR 1 muss das unbefugte Öffnen der Laderaumtüren zudem ein Signal an die Alarmzentrale senden – genau das leistet eine elektronische Plombe oder ein Sensor.

Wann welche Plombe

Eine mechanische Plombe reicht, wenn die Ladung geringwertig, die Strecke kurz und bekannt ist und der Auftraggeber nur einen Nachweis der Unversehrtheit bei der Zustellung braucht.

Eine elektronische Plombe lohnt sich, wenn:

  • Sie wertvolle oder diebstahlgefährdete Güter transportieren, etwa Elektronik, Arzneimittel, Metalle oder Kraftstoffe,
  • die Strecke lang ist, durch mehrere Länder führt oder Stopps auf ungesicherten Parkplätzen hat,
  • Sie aus der Ferne entscheiden möchten, wer die Ladung wo öffnen darf,
  • Sie einen Nachweis mit Datum und Ort brauchen, z. B. für den Versicherer oder im Streitfall,
  • Sie in explosionsgefährdeten Bereichen arbeiten und ein Gerät mit ATEX-Zertifikat benötigen.

Beispiele elektronischer Plomben von STARCONT

  • AT-16 Mini – kompakte GPS-Plombe 2G/4G mit Seil für Container und Auflieger; Öffnen per RFID-Karte oder SMS, Alarm bei Seilschnitt.
  • G-508N – Plombe mit ATEX-Zertifikat, 14.400-mAh-Akku, Geozonen und Routenwiedergabe; für Tankwagen und Auflieger.
  • AT10G – Plombe mit Iridium-Satellit und 4G sowie Solarpanel, für Strecken ohne GSM-Netz.
  • G-508V – Plombe mit Kamera, die jedes Öffnen mit einem Foto dokumentiert.

Die vollständige Liste finden Sie in der Kategorie elektronische Plomben.

Quellen

FAQ

Häufige Fragen

Ersetzt eine elektronische Plombe eine Plombe nach ISO 17712?

Nicht immer. TAPA TSR 2026 und C-TPAT verlangen Plomben nach ISO 17712. Die elektronische Plombe ergänzt sie um Echtzeit-Alarme und Ortung, deshalb werden bei wertvoller Ladung beide eingesetzt.

Was unterscheidet eine Plombe der Klasse H von Klasse I?

Eine Plombe der Klasse I lässt sich von Hand entfernen und zeigt nur, dass die Türen geöffnet wurden. Eine Plombe der Klasse H, z. B. eine Bolzen- oder Seilplombe, lässt sich nur mit Bolzen- oder Seilschneidern entfernen.

Funktioniert eine elektronische Plombe ohne GSM-Netz?

Plomben mit Iridium-Satellitenverbindung wie die AT10G senden Daten auch ohne Mobilfunknetz. GSM-Plomben speichern Ereignisse und senden sie, sobald wieder Netz verfügbar ist.

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