Demurrage, Detention, Per Diem – wofür Sie zahlen
Die Begriffe werden unterschiedlich verwendet; die genauen Definitionen stehen immer im Tarif der Reederei. Die häufigste Einteilung (so definiert sie z. B. MSC):
- Demurrage – Gebühr für einen vollen Container, der nach Ablauf der freien Zeit noch im Terminal steht. Sie zahlen für den belegten Platz.
- Detention – Gebühr für die Nutzung des Containers der Reederei nach Ablauf der freien Zeit.
- Per Diem – Gebühr für einen vollen oder leeren Container der Reederei, der sich außerhalb des Terminals befindet, z. B. beim Empfänger, und nicht rechtzeitig zurückkam.
- Storage – Lagergebühr des Terminals oder Depots.
Vereinfacht: Demurrage und Storage betreffen den Platz, Detention und Per Diem das Equipment. Oft laufen die Gebühren parallel oder nacheinander.
Wie die freie Zeit berechnet wird
Jede Reederei legt im Tarif fest, wie viele gebührenfreie Tage gelten – getrennt nach Import und Export, Containertyp und Hafen. Die Uhr beginnt meist mit der Verfügbarkeit nach der Löschung oder mit der Ausfahrt aus dem Terminal, und der Tagessatz steigt mit jeder weiteren Periode. Kennen Sie die Ausnahmen: In den USA stoppt Hapag-Lloyd zum Beispiel die Demurrage- und Detention-Uhr, wenn ein Container ohne Verschulden des Kunden vom Zoll zurückgehalten wird.
Was es kostet
Die Sätze hängen von Hafen und Reederei ab und schwanken stark. Laut dem Benchmark von Container xChange sanken die durchschnittlichen Gebühren 2023 um 25 % gegenüber dem Vorjahr und lagen 14 % unter dem Niveau von 2020. Dennoch blieben einige große Häfen, darunter Antwerpen und Rotterdam, über dem Niveau von 2020, und am teuersten waren Häfen in den USA. Da der Satz täglich steigt, ergeben wenige Tage Verzug bei mehreren Containern schnell eine erhebliche Summe.
Die Rechnung – was Sie prüfen sollten
In den USA gilt seit Mai 2024 eine Regel der Federal Maritime Commission (FMC) auf Grundlage des OSRA 2022. Reedereien und Terminals müssen Demurrage- oder Detention-Rechnungen innerhalb von 30 Tagen nach Entstehen der Gebühr ausstellen und dürfen nur den Vertragspartner des Transports oder den Empfänger belasten. Die Rechnung muss u. a. Containernummer, Verfügbarkeitsdatum, Anzahl der freien Tage sowie deren Beginn und Ende enthalten. Der Kunde hat mindestens 30 Tage Zeit, eine Ermäßigung oder Erstattung zu beantragen. In Europa gibt es keine solchen Vorschriften – die Bedingungen ergeben sich aus Tarif und Vertrag –, doch dieselben Angaben sollten Sie auf jeder Rechnung prüfen.
Wie Sie Gebühren senken
- Kennen Sie Ihre freie Zeit. Notieren Sie für jeden Container Beginn und Ende der freien Zeit. Verhandeln Sie bei größeren Mengen längere freie Zeiten.
- Pünktlich abholen und zurückgeben. Die häufigste Ursache für Gebühren ist ein Container, der beim Empfänger unentladen steht, oder ein leerer, der auf die Rückfahrt wartet.
- Eigene Daten führen. Für den Abgleich mit der Rechnung brauchen Sie eigene Aufzeichnungen: wann der Container das Terminal verließ, im Lager ankam, geöffnet und zurückgegeben wurde.
- Auf Standzeiten reagieren. Ein Container, der seit zwei Tagen am selben Ort steht, ist ein Signal, anzurufen, bevor die freie Zeit abläuft.
Wie Containerüberwachung hilft
Ein Tracker ändert den Tarif der Reederei nicht, liefert aber Daten und Zeit zum Reagieren:
- Geozonen um Terminal, Lager und Leercontainerdepot zeigen die Zeit von Abfahrt, Ankunft und Rückgabe – ohne Anrufe beim Spediteur.
- Türöffnungsalarme zeigen, wann der Container tatsächlich entladen wurde. Sie bieten z. B. der magnetische AT410 und der am Scharnier montierte Tetis.
- Standzeitalarme erinnern an einen Container, der zu lange am selben Ort steht.
- Der Routenverlauf dient als Nachweis bei Rechnungsprüfungen, z. B. wenn der Container wegen einer Zollkontrolle im Terminal wartete.
Sehen Sie sich die Geräte zur Containerüberwachung an oder testen Sie sie mit dem Starterset. Wie Sie einen Container im Hafen und auf See verfolgen, lesen Sie im Artikel Seecontainer verfolgen.